Leserbrief
1/1 Leserbrief
30.08.2018 14:04

Wie lange noch?

Wie lange noch? können wir uns an jedem 2. Augustwochenende 4  Feuerwerke (Bottighofen eingerechnet) leisten? Die beiden sehr zutreffenden Leserbriefe von W. Lang und H. Merz( KN37,33, S13 und KZ Nr. 33, 34,, 17. &24. 8. 2018)sowie der erneut ungewöhnliche Sommer 2018 veranlassen mich, meine seit Jahren entwickelten Gedanken dazu  nun publik zu machen. Feuerwerke finden fast überall Gefallen, wenngleich sie sehr umweltschädlich und teuer- ,und für  Haus-und Wildtiere ein Schrecken sind. Ich bin kein Freund der Verbotskultur, sondern  Ueberzeugungstäter, basierend auf wiss. Erkenntnissen. Wettermässig war der Sommer 2018 ein Traum, aber für viele zufolge Wasser-und Futtermangel ein Albtraum. Wir geben viel Geld für Umwelt-und Klimawissenschaft aus, und sind privilegiert, in der Schweiz in Prof. Thomas Stocker, Uni Bern, einen der besten der Welt dieses Faches zu besitzen. Wir haben inskünftig vermehrt mit weiteren solchen heissen trockenen Sommerzeiten zu rechnen. Wenn unsere Flüsse und Seen zufolge Verlust der Gletscher austrocknen werden, Quellen und Grundwasser versiegen, werden wir Milliarden in eine gesicherte Wasserversorgung investieren müssen, um den Zusammenbruch unserer Landwirtschaft, Gemüsebau aber z. T. auch Industrien zu verhindern,(z. B. durch  grossangelegte Wasserreservoire oder Wasserpipelines für  entsalztes Meerwasser von den Meeresküsten unserer Nachbarn, D, I, F. Die  AKW's werden wir dann endgültig abschalten müssen. Die akute Wasserrationierung könnte sehr bald Wirklichkeit werden, wie in Kalifornien, nach 5-jähriger Dürre. Mit  höheren Wasserkosten wäre zudem zu rechnen. Die mögliche Annahme der Initiative für Ernährungssouveränität würde zum blanken Witz ohne eine gesicherte Wasserversorgung. Der Steuerzahler liest solche Nachrichten nicht gerne, aber wenn  voraussehbare Katastrophen eintreten, ist er der erste, der Wissenschaftler und Politiker verantwortlich macht dafür, nicht vorausgemahnt und nicht vorgesorgt zu haben. So geschehen etwa in Kalifornien während der 5 -jährigen Dürrekrise und Wassernot. Ausgenommen etwa Santa Barbara, deren weitsichtige Stadtväter vorsorglich grossangelegte Meerwasserentsalzungsanlagen bauten, die die Wassernot lindern konnten. Das Gebot der Stunde heisst: weg von der Masslosigkeit. Wir müssen auf nichts verzichten, nur etwas überlegen, was nicht unbedingt sein muss, wie  Familienshopping Wochenenden in New York, Ferien auf Hawaii  oder Mauritius oder alle Jahre  ein neues Smartphone und alle 1-2 Jahre den neuesten  PC und das neueste Auto. Zu unserem eingangs erwähnten Thema: wäre es nicht sinnvoll, ein einziges gemeinsames Feuerwerk von 15-20 min von Bottighofen, Kreuzlingen und Konstanz zu organisieren und 2019 damit einen Anfang zu machen , mit gutem Beispiel zu überzeugen und  das Problem bewusster  zu machen? Notabene: Angesichts der Resultate der Umwelt-und Klimaforschung sollte Masshalten und präventive Massnahmen gegen voraussehbare Wassernot in naher Zukunft zur Pflichtaufgabe  jeder politischen Partei gemacht werden, das käme beim Stimmbürger  besser an, als das allzu oft gehässige Hick-Hack der Parteiideologen!!

                                                                                           Ernst Bucher, Physiker, Kreuzlingen